Nachrichten vom PMG

Theater hautnah

 

Am 18.03.2014 wurde das Theaterstück „Klamms Krieg“ im Klassenraum der 11/1 des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums Schmalkalden aufgeführt. An der Aufführung nahmen die Klasse 11/1 und einige andere theaterinteressierte Schüler der Klassenstufe 11 teil. Dieses Klassenzimmerstück wurde von Kai Hensel verfasst und von der Regisseurin Elke Büchner und dem Schauspieler Matthias Herold vom Meininger Theater umgesetzt.

 

Das Stück handelt von einem Lehrer namens Klamm und dessen Deutsch-Leistungskurs, welcher ihm den Krieg erklärt hat. Dieser „Krieg“ äußert sich darin, dass die Schüler jegliche Beteiligung am Unterricht verweigern. Anlass dafür ist der Tod des Schülers Sascha, welcher Suizid begangen hat, weil er, wegen eines fehlenden Punktes in Deutsch, nicht zum Abitur zugelassen wurde. Die Schüler geben die Schuld am Tod Saschas dem Lehrer Klamm, welcher mit dieser Schuldzuweisung zurechtkommen muss.Im Laufe des Stücks erlebt man die spannende Entwicklung der Reaktionen bzw. des Verhaltens Klamms gegenüber den schweigenden Schülern. Die einzelnen Tage bzw. Unterrichtsstunden werden immer von kurzen Musikeinblendungen und pantomimischen Bewegungen des Darstellers abgegrenzt. Diese erscheinen beim ersten Mal etwas unpassend, doch im Laufe des Stückes versteht man den Sinn dahinter. Zudem bieten diese kleinen Übergänge kurz Zeit zum Verarbeiten der vorigen Szene und man kann sich auf die nächste Szene einstellen.

 

KLAMMS KRIEG mit M. Herold / Foto: Maximilian MichelDas Besondere an diesem Stück ist, dass es nicht in einem Theater, sondern direkt im Klassenzimmer stattfindet. Somit ist man nicht nur Zuschauer, sondern direkt in das Stück involviert, wodurch die Spannung und Aufmerksamkeit noch zunimmt. Außerdem ist besonders hervorzuheben, dass das ganze Stück von nur einem Schauspieler gespielt wird, was meiner Meinung nach eine hervorragende Leistung ist, da seine Darstellung zudem sehr authentisch ist. 

 

Das Stück ist auf jeden Fall für Schulklassen empfehlenswert, da es sehr interessant und packend ist und zugleich auch zum Nachdenken anregt. Meiner Meinung nach ist es optimal für Schüler der 11. Klasse, da man sich selbst auch in Abiturvorbereitungen befindet und sich so besser in die Lage der Schüler bzw. auch teilweise in die missliche Situation Saschas versetzen kann.

 

Im Anschluss an die Aufführung erfolgte ein auswertendes Gespräch mit der Regisseurin und dem Schauspieler. Dabei wurden über verschiedene Szenen und Interpretationsmöglichkeiten diskutiert und eventuelle Unklarheiten beseitigt. Außerdem waren beide, vor allem Frau Büchner, sehr an unserer Meinung zu dieser besonderen Form des Theaters interessiert.

 

Vanessa Cersovsky

  
   
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